Ein letztes Mal

Hallo Menschheit, ich bin´s schon wieder!

Seit neustem veröffentliche ich hier nun auch meine Geschichten. Für den Anfang werde ich eine Kurzgeschichte hochladen, welche ich im Deutsch- Unterricht geschrieben habe.

Sagt mir doch wie es euch gefallen hat oder wie ich meine Schreibfähigkeit verbessern könnte! Kritik ist erlaubt und gerne gesehen! 🙂

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Es war ihr Geburtstag gewesen. Seit 16 Jahren besuchte sie nun schon die Welt, doch sie fühlte sich nur wie ein ungebetener Gast. Schon oft hatte sie sich gefragt, weshalb sie überhaupt erst geboren worden war. Als uneheliche Tochter eines hoch stehenden Politikers diente sie höchstens als Vorzeigeobjekt nach dem Motto: So bitte nicht.

Sie hatte schon viele Phasen gehabt: Ritzen, Rauchen, alles Mögliche. Momentan trank sie.

Ihr Kopf brummte, sie griff zur Flasche. Obwohl sie wusste, das sie alles nur noch schlimmer machte, konnte sie nicht anders. Mittlerweile war es wie eine Sucht geworden, welcher sie nicht mehr entsagen konnte.

Alle Hilfsangebote, egal ob sie von Freunden, Lehrern oder Familienmitgliedern gekommen waren, hatte sie abgelehnt. Vor einer Stunde hätte sie sich mit einem dieser Möchtegern- Helfern treffen sollen. Doch stattdessen blieb sie hier, in der kalten Besenkammer des Jugend-Hilfe-Zentrums.

Ihre Mutter hatte sie dort nach einem nicht geglückten Selbstmordversuch untergebracht. Doch auch ihre Mutter wusste nicht, dass sie es schon längst beschlossen hatte. Sie konnte in so viele Hilfezentren gebracht werden, wie ihre Mutter Geld hatte, doch ihre Lebenslust würde dadurch nicht zurück kehren.

Ihr 16 .Geburtstag eignete sich hervorragend für den letzten Versuch. Man hätte es auch ein Jubiläum nennen können.

Die Schlaftabletten in ihrer Jackentasche raschelten als sie aufstand. Ihre Schritte verhallten leise in der dunklen Kammer. Ein paar alte Besen standen in der Ecke.

Mit der Flasche in der Hand schlenderte sie nach draußen. Es war schon Nacht. Zwar waren die Gänge schwach beleuchtet, doch sie vernahm ohnehin nichts mehr. Ihr ganzer Kopf war zugedröhnt, als sie die Treppe zum Dach suchte.

 

Ein letztes Mal noch wollte sie die Sterne sehen.

Ein letztes Mal noch, bevor sie selbst zu einem wurde.

Die Treppe knirschte bedrohlich. Als sie die Luke zum Dach öffnete, kam ihr die kalte Abendluft entgegen. Sie strich sich ihr wirres Haar zurück und schloss leise die Klappe hinter sich.

Ein leises Piepen ertönte und sie schaute benommen auf ihr Handy. Ihre Mutter suchte nach ihr. Anscheinend hatten die Zentrumshelfer sie doch schon alarmiert. Sie lachte leise. Doof nur, wenn sie nicht daran dachten, dass sie sich auch direkt vor ihrer Nase umbringen konnte.

Sie legte sich auf das Dach, schluckte die erste Tablette und Alkohol. Eine hohe Tablettendosis plus genügend Alkohol würden sie schon bald in das Reich des ewigen Schlafes bringen.

Sie schluckte die zweite Tablette und griff zu ihrem Handy, schrieb den ganzen Möchtegern-Freunden, Ex-Lovern und Familienmitgliedern ihre letzte Sms.

„Sucht nicht nach mir. Angst vor dem Tod haben nur die Lebenden. Lebt wohl, Nathalie.“

Sie schaltete das kleine Gerät aus und warf es über die Sicherheitsabsperrung.

Langsam nahm sie die Wirkung der Tabletten wahr und genehmigte sich die dritte. Die Flasche war leer. 47% Alkoholgehalt.

Nathalie gähnte, schloss die Augen. Jetzt würde es nicht mehr lange dauern, das merkte sie. Schon halb benommen schluckte sie die letzte Tablette, dann wurde alles schwarz. Nur am Rande kriegte sie noch mit, wie die Luke aufgerissen wurde und panische Schreie ertönten.

 

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